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Geschichte - VDBBB

Der VDBBB

Der „Verband der deutschsprachigen Bibliothekare und Bibliotheken Belgiens“ (VDBBB) wurde 1969 auf Initiative von Kulturinspektor Firmin Pauquet und einigen Leiterinnen und Leitern ostbelgischer Pfarrbibliotheken als „Gesellschaft ohne Erwerbszweck – G.o.E.“ (heute: „Vereinigung ohne Gewinnerzielungsabsicht – V.o.G.“) gegründet; laut seiner Statuten (s. Beilage zum Belgischen Staatsblatt vom 17. Dezember 1970 und vom 10. Januar 2006) verfolgt der Verband im Wesentlichen das Ziel, die ihm angeschlossenen Bibliotheken mit „allen möglichen Maßnahmen“ zu fördern, die „beruflichen Interessen der Bibliothekare wahrzunehmen und jeglicher Instanz gegenüber zu vertreten“ und ihre „Aus- und Weiterbildung zu begünstigen“.

In diesem Sinne fungiert der VDBBB – dem mittlerweile die meisten öffentlichen Büchereien sowie das Medienzentrum der Deutschsprachigen Gemeinschaft angehören – seit seiner Gründung vor allem als Kontakt- und Informationsstelle für seine Mitglieder, veranstaltet Weiterbildungen und Studienfahrten und vertritt die Interessen der ostbelgischen Bibliotheken bei den zuständigen Gemeinschafts- und Gemeindeinstanzen.

Das ostbelgische Bibliothekswesen

Die Anfänge des öffentlichen Bibliothekswesens im Gebiet der heutigen Deutschsprachigen Gemeinschaft gehen zurück in die Mitte des 19. Jahrhunderts, als im damals zu Preußen gehörenden Rheinland 1844 der „Verein vom heiligen Borromäus“ ins Leben gerufen wurde. Dieser katholische Verein mit Sitz in Bonn stellte sich zur Aufgabe, „dem verderblichen Einflusse, den die schlechte Literatur auf alle Klassen der bürgerlichen Gesellschaft ausübt, durch die Begünstigung und Verbreitung guter Schriften entgegenzuwirken“. In kurzer Zeit entstanden daraufhin in zahlreichen Pfarren die ersten „Borromäus-Leihbüchereien“: die ersten hierzulande bereits 1845 in Eupen-Oberstadt und in St. Vith.

Abgesehen von der Zeit des Zweiten Weltkriegs, in der die antikirchlichen Maßnahmen des NS-Regimes die katholische Bücherei-Arbeit zum Erliegen brachten, waren dann im Eupener und St. Vither Land bis zu Anfang der 1970er Jahre die öffentlichen Bibliotheken ausschließlich Institutionen der Pfarren.

Mit dem Beginn der Autonomie des deutschen Sprachgebiets und der Schaffung einer gebietseigenen Volksvertretung (1973: Rat der deutschen Kulturgemeinschaft; seit 2004: Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft), zu deren ersten Befugnisbereichen die Büchereien gehörten, traten für das ostbelgische öffentliche Bibliothekswesen – das seit 1994 durch ein Parlamentsdekret geregelt wird – schrittweise bedeutende Neuerungen ein. Die Bibliotheken erhielten nun zunehmend Beachtung und Förderung seitens der öffentlichen Hand und in Eupen richtete die Deutschsprachige Gemeinschaft mit dem Medienzentrum eine Zentralstelle ein, die neben ihrer Funktion als eigene Biblio- und Mediotehek den Büchereien mit vielseitigen Dienstleistungen zur Verfügung steht. Auch entstanden Schulmediotheken und wurden die wichtigsten Biblio- und Mediotheken in einem Verbund (MEDIADG) organisiert, wodurch u. a. deren Bestände in einem Gesamtkatalog über Internet zugänglich gemacht werden.

Mehr zur Entwicklung und zum aktuellen Stand des Bibliothekswesens in der Deutschsprachigen Gemeinschaft:

- Alfred Bertha: Bibliotheken als tragende Säulen des Bildungswesens. Das Beispiel der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, in: Alexander Ritter (Hrsg.): Das Büchereiwesen der deutschen Minderheiten im Ausland. Geschichte, Organisation und Bedeutung, Flensburg 1997, S. 29-44

- Mario Hütte: Klein aber gut vernetzt. Das Bibliothekswesen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, in: BuB. Forum Bibliothek und Information, 2011, Nr. 1, S. 14-16 (Auch im Internet:
www.bibliotheksportal.de/fileadmin/user_upload/content/bibliotheken/international/dateien/belgien_BuB_01-11.pdf )













Aktualisiert (Montag, den 19. August 2013 um 15:14 Uhr)